Spannungskopfschmerzen und Muskeln: Ursachen, Triggerpunkte und Behandlung in Braunschweig

Schema der subokzipitalen Muskeln unterhalb des Hinterkopfs und möglicher Ausstrahlung zu Hinterkopf und Schläfe.

Ein drückender Kopf nach einem langen Arbeitstag, ein fester Nacken und hochgezogene Schultern: Das kennen viele Menschen. Bei Spannungskopfschmerzen können Muskeln eine Rolle spielen. Die Beschwerden lassen sich aber selten auf einen einzelnen „verspannten Punkt“ zurückführen. Dieser Beitrag erklärt mögliche Zusammenhänge, die Grenzen von Triggerpunkt-Grafiken und welche Rolle Chiropraktik und Osteopathie in Braunschweig bei der individuellen Behandlung spielen können.

Vorab: Diese Informationen und die Körperkarte ersetzen keine Diagnose. Bei plötzlich stärkstem Kopfschmerz, neuen Lähmungen oder Sprachstörungen sowie Fieber mit ausgeprägter Nackensteife und schwerem Krankheitsgefühl: 112 anrufen. Weitere Warnzeichen findest du unten. [12]

Wo sind deine Schmerzen?

Wähle eine Region auf der Karte oder in der beschrifteten Liste. Die Hinweise dienen nur der Orientierung.

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Muskuläre Spannung und Triggerpunkte sind nur mögliche Erklärungen. Häufige, starke oder ungewöhnliche Beschwerden sollten medizinisch abgeklärt werden. Dieses Modul speichert oder übermittelt keine Auswahl.

Stirn

Stirnschmerzen können bei unterschiedlichen Kopfschmerzformen auftreten. Ausstrahlung aus Muskeln ist eine mögliche Erklärung.

Schläfen

Hier liegt unter anderem der Schläfenmuskel. Neuartige Schläfenschmerzen gehören ärztlich abgeklärt.

Augenbereich

Schmerz um die Augen kann von Muskeln ausstrahlen. Ein schmerzhaft gerötetes Auge oder eine plötzlich schlechtere Sicht braucht jedoch sofortige medizinische Abklärung.

Hinterkopf

Kurze Nackenmuskeln können in diese Region ausstrahlen.

Nacken

Nackenbeschwerden können Kopfschmerzen begleiten, auch bei Migräne.

Kiefer

Kaumuskeln, Kiefergelenk oder Zähne kommen als beteiligte Strukturen infrage. Pressen, Knacken und Schmerzen benötigen bei anhaltenden Beschwerden eine passende Untersuchung.

Schultern

Schulterspannung kann zusammen mit Kopfschmerzen auftreten. Ob ein Zusammenhang besteht, ergibt sich erst aus Verlauf und Untersuchung.

Oberer Rücken

Beschwerden im oberen Rücken können mit Belastung und langem Sitzen zusammenhängen.

Was sind Spannungskopfschmerzen?

Der Kopfschmerz vom Spannungstyp ist eine eigenständige Kopfschmerzerkrankung. Typisch sind beidseitige, drückende oder ziehende Schmerzen, oft wie ein Band um den Kopf. Meist sind sie leicht bis mittelstark. Gehen oder Treppensteigen verstärkt sie gewöhnlich nicht deutlich. Eine Episode kann 30 Minuten bis sieben Tage dauern. Übelkeit und Erbrechen passen nicht zum typischen episodischen Spannungskopfschmerz. [1]

Die Häufigkeit ist wichtig: Bei 1 bis 14 Kopfschmerztagen pro Monat über mehr als drei Monate spricht die Klassifikation vom häufigen episodischen Spannungstyp. Ab mindestens 15 Tagen monatlich über mehr als drei Monate kommt eine chronische Form infrage. Ein Kopfschmerztagebuch hilft, Häufigkeit, Begleitsymptome und Medikamententage zu erfassen. Die Diagnose gehört in medizinische Hände. [1]

Spannungskopfschmerz, Migräne oder etwas anderes?

Typische Merkmale – keine Selbstdiagnose
MerkmalSpannungs­typMigräne
SchmerzEher drückend, beidseitigOft pulsierend, häufig einseitig
StärkeEher leicht bis mittelMeist mittel bis stark
Alltags­bewegungMeist keine deutliche VerstärkungKann verstärken oder wird vermieden
BegleitungBeim episodischen Typ keine Übelkeit; höchstens Licht- oder LärmempfindlichkeitHäufig Übelkeit und/oder Licht- und Lärmempfindlichkeit

Diese Merkmale überschneiden sich. Migräne kann ebenfalls mit Nackenschmerzen beginnen; beide Kopfschmerzformen können bei derselben Person vorkommen. Auch von der Halswirbelsäule ausgehende Kopfschmerzen, Kieferbeschwerden und selten gefährliche Erkrankungen müssen je nach Befund unterschieden werden. Ein schmerzhafter Nacken allein beweist keinen „zervikogenen“ Kopfschmerz. [1]

Welche Rolle spielen Muskeln und Faszien?

Rund um Schädel, Hals und Schultergürtel liegen eng zusammenarbeitende Muskeln. Bei manchen Menschen mit Spannungskopfschmerzen reagieren diese Gewebe empfindlicher auf Druck. Schmerzsignale aus der Peripherie und ihre Verarbeitung im Nervensystem können sich gegenseitig beeinflussen. Besonders bei häufigen Beschwerden lässt sich das Geschehen nicht auf eine dauerhafte Muskelanspannung reduzieren. Der Name der Erkrankung beschreibt deshalb nicht automatisch ihre Ursache. [1]

Eine systematische Übersichtsarbeit fand bei Menschen mit Kopfschmerzen verschiedene Unterschiede der Nackenfunktion. Solche Beobachtungen zeigen Zusammenhänge, aber nicht, ob eine Auffälligkeit Ursache, Folge oder Begleiterscheinung ist. Auch Aussagen wie „deine Haltung verursacht die Kopfschmerzen“ lassen sich daraus nicht pauschal ableiten. [3]

Faszien gehören zum Bindegewebe um und zwischen Muskeln. Der Begriff „myofaszial“ bezieht sich auf diesen Zusammenhang. Aus einem Spannungsgefühl folgt jedoch kein Nachweis „verklebter Faszien“. Eine Untersuchung sollte Beweglichkeit, Belastbarkeit, Druckempfindlichkeit und den gesamten Beschwerdeverlauf berücksichtigen, statt eine einzelne Struktur vorschnell verantwortlich zu machen.

Triggerpunkte und Ausstrahlungsmuster verstehen

Als myofasziale Triggerpunkte werden besonders druckempfindliche Stellen in einem tastbaren Muskelstrang beschrieben. Druck kann örtlichen Schmerz und manchmal einen vertrauten Schmerz an anderer Stelle auslösen. Dieses weitergeleitete Schmerzempfinden heißt referred pain; ein Referral Pattern ist das beschriebene Ausstrahlungsmuster.

Die Untersuchung hat Grenzen: Fachpersonen stimmen beim Ertasten von Triggerpunkten nicht immer überein. Ein druckempfindlicher Punkt ist deshalb kein verlässlicher Einzeltest für die Ursache deiner Kopfschmerzen. Ebenso wenig lässt sich aus einem orange markierten Bereich in einer Grafik rückwärts der „schuldige Muskel“ bestimmen. [4]

Welche Muskeln werden dabei betrachtet?

Mögliche Zusammenhänge, keine festen Schmerzlandkarten
MuskelbereichBeschriebene mögliche Ausstrahlung
Kurze Nackenmuskeln, subokzipitalHinterkopf und Schläfenregion
Schläfenmuskel, TemporalisSchläfe und teils hinter dem Auge
Kaumuskel, MasseterWange, Kiefer und benachbarte Gesichtsbereiche
Oberer TrapezmuskelNacken und seitlicher Kopf
Kopfwender, SternocleidomastoideusUnter anderem Stirn- und Augenregion

Kleine Untersuchungen zu subokzipitalen Muskeln und zum Temporalis beschreiben auslösbare Ausstrahlung bei Spannungskopfschmerzen. Weitere Muskelmuster werden in Schmerzmodellen diskutiert. Die folgenden Zeichnungen sind bewusst vereinfacht und keine Anleitung, den Hals kräftig zu drücken. [5] [6] [7]

Schema der subokzipitalen Muskeln unterhalb des Hinterkopfs und möglicher Ausstrahlung zu Hinterkopf und Schläfe.
Die kurzen Nackenmuskeln können druckempfindlich sein. Orange zeigt mögliche, individuell unterschiedliche Ausstrahlung. keine Diagnosegrafik.
Zwei seitliche Kopfschemata mit Schläfenmuskel und Kaumuskel sowie möglichen Schmerzbereichen an Schläfe, Augenregion und Kiefer.
Temporalis und Masseter liegen an Schläfe beziehungsweise seitlichem Kiefer. Beschwerden dort können auch andere Ursachen haben. Schematische Darstellung – keine Diagnosegrafik.
Schematische Darstellung von oberem Trapezmuskel und Kopfwender mit möglichen Ausstrahlungsbereichen an seitlichem Kopf, Stirn und Augenregion.
Oberer Trapezmuskel und Kopfwender werden bei Kopf-Nacken-Beschwerden mituntersucht. Schematische Darstellung – keine Diagnosegrafik.

Stress, Schlaf, Bildschirmarbeit und Kieferpressen

Belastung entsteht meist im Zusammenspiel. Stress kann mit weniger Erholung, verändertem Schlaf und verstärkter Aufmerksamkeit auf Schmerzen einhergehen. Das macht Beschwerden nicht eingebildet. Regelmäßige Pausen und Entspannungsverfahren können Teil eines Behandlungskonzepts sein; sie ersetzen bei anhaltenden Beschwerden keine Abklärung. [2]

Bei Bildschirmarbeit zählen Dauer, Abwechslung und persönliche Verträglichkeit. Es gibt keinen Grund, jede vorgebeugte Kopfhaltung als schädlich zu bewerten. Ein gut erreichbarer Arbeitsplatz und Positionswechsel sind praktische Ansatzpunkte. Wenn Nackenschmerzen und Kopfschmerzen gemeinsam auftreten, lohnt sich eine Betrachtung des Arbeitsalltags, ohne allein daraus eine Ursache abzuleiten.

Kieferpressen am Tag oder Zähneknirschen können mit Beschwerden der Kaumuskulatur zusammenhängen. Die Beziehungen zwischen Bruxismus, Kieferfunktionsstörungen und Kopfschmerzen sind komplex; ein direkter Ursache-Wirkungs-Nachweis fehlt oft. Bei Kieferschmerzen, eingeschränkter Mundöffnung oder Zahnproblemen ist eine zahnärztliche Mitbeurteilung sinnvoll. Mehr dazu im Beitrag über CMD, Kieferknacken und Zähneknirschen. [8]

Du möchtest deine Beschwerden einordnen lassen? Frage einen Untersuchungstermin in unserer Praxis in Braunschweig an. Neuartige oder ungewöhnliche Kopfschmerzen sollten zunächst ärztlich abgeklärt werden.

Chiropraktik und Osteopathie bei Spannungskopfschmerzen in Braunschweig

Zuerst verstehen, dann gemeinsam entscheiden

In der R. Beyer Fachpraxis für Chiropraktik & Osteopathie steht zunächst das persönliche Beschwerdebild im Mittelpunkt. Zum Erstgespräch gehören Beginn, Häufigkeit, Begleitsymptome, bisherige Diagnosen, Medikamente und Belastungen. Ein mitgebrachtes Kopfschmerztagebuch sowie vorhandene Befunde können helfen. Wichtig ist auch, was dich im Alltag einschränkt und welches Ziel du erreichen möchtest.

Je nach Beschwerden wird körperlich untersucht, beispielsweise hinsichtlich Beweglichkeit, Muskel- und Gelenkfunktion sowie gegebenenfalls neurologischer Auffälligkeiten. Eine auffällige Untersuchung oder Warnzeichen können eine ärztliche beziehungsweise interdisziplinäre Abklärung erfordern. Die Befundbesprechung soll verständlich machen, welche Zusammenhänge plausibel sind und welche Fragen offenbleiben.

Chiropraktik bei Spannungskopfschmerzen

Die chiropraktische Untersuchung betrachtet unter anderem das Zusammenspiel von Gelenken, Muskeln und Bewegung. Bei Kopf-Nacken-Beschwerden kann geprüft werden, ob schmerzhafte Bewegungseinschränkungen oder eine verminderte Belastbarkeit der Halswirbelsäule und des Schultergürtels vorliegen. Solche Befunde können Ansatzpunkte für eine Behandlung sein.

Zur Chiropraktik in Braunschweig können je nach Befund Mobilisation, ausgewählte manuelle Techniken und aktive Übungen gehören. Mobilisation bezeichnet dosierte, geführte Gelenkbewegungen. Eine Manipulation ist ein kurzer, schneller Impuls; sie ist keine Voraussetzung für eine chiropraktische Behandlung. Ziel kann sein, begleitende Beschwerden zu lindern und Bewegung im Alltag zu erleichtern. Welche Maßnahme dafür geeignet ist, wird individuell geprüft.

Für Spannungskopfschmerzen ist die Studienlage zu manuellen Verfahren uneinheitlich. Eine Übersichtsarbeit fand mögliche Vorteile von Weichteilbehandlungen. Schnelle Manipulationen waren der Vergleichsbedingung ohne Behandlung bei Schmerzstärke und Häufigkeit nicht überlegen. Daraus folgt weder eine allgemeine Wirksamkeit aller chiropraktischen Verfahren noch eine Erfolgsgarantie. [9]

Vor einer Manipulation der Halswirbelsäule gehören Nutzen, Risiken und Alternativen besprochen. Eine sanftere manuelle Vorgehensweise oder ein aktiver Ansatz kann je nach Befund eine Alternative sein. [13]

Osteopathie bei Spannungskopfschmerzen

Bei einem osteopathischen Ansatz können Beweglichkeit und das Zusammenwirken verschiedener Körperregionen betrachtet werden. Bei Spannungskopfschmerzen sind insbesondere Nacken, Schultergürtel, oberer Rücken und gegebenenfalls die Kaumuskulatur relevant. Die Untersuchung soll mögliche Begleitbeschwerden erfassen; sie kann allein durch Tasten weder die Kopfschmerzform sichern noch eine entfernte Ursache zweifelsfrei bestimmen.

Zu den manuellen Möglichkeiten zählen je nach Befund weiche Gewebetechniken und dosierte Gelenkmobilisation. Ob Osteopathie in Braunschweig als ergänzender Ansatz sinnvoll sein kann, hängt von der medizinischen Einordnung, den Untersuchungsergebnissen und deinen Zielen ab. Auch hierbei sollte nachvollziehbar erklärt werden, welche Beschwerden beeinflusst werden sollen und woran ein Nutzen erkennbar wäre.

Eine neuere systematische Übersichtsarbeit zur osteopathischen manuellen Behandlung fand bei bestimmten Technikkombinationen Hinweise auf Verbesserungen von Kopfschmerzhäufigkeit und -stärke. Sie untersuchte jedoch unterschiedliche Kopfschmerzen mit muskuloskelettalen Funktionsstörungen. Die Ergebnisse sind deshalb kein pauschaler Wirksamkeitsnachweis für jede osteopathische Methode oder speziell für jeden Spannungskopfschmerz. [14]

Chiropraktik und Osteopathie mit aktiven Maßnahmen verbinden

Beide Ansätze können sich bei manuellen Techniken überschneiden. Entscheidend sind ein nachvollziehbarer Befund, eine passende Auswahl der Maßnahmen und überprüfbare Ziele. Es ist nicht automatisch sinnvoll, möglichst viele Verfahren zu kombinieren. In unserer Praxis wird individuell geprüft, ob chiropraktische oder osteopathische Techniken, Mobilisation oder eine Behandlung empfindlicher Muskelstrukturen unterstützen können.

Zum gemeinsamen Plan können Übungen, ein Eigenprogramm und die Besprechung ergonomischer Anpassungen gehören. Bei der Verlaufskontrolle zählen beispielsweise Kopfschmerztage, Belastbarkeit und Einschränkungen im Alltag. Bleibt ein erkennbarer Nutzen aus, wird das Vorgehen überprüft. Bei Warnzeichen, unklarer Diagnose oder auffälligem Verlauf ist ärztliche beziehungsweise interdisziplinäre Abklärung vorrangig.

Fragen zum Ablauf? Rufe die Praxis unter 0531 288 959 22 an. Ein Gespräch klärt organisatorische Fragen; eine Diagnose lässt sich daraus nicht ableiten.

Was du selbst im Alltag umsetzen kannst

Aktive Maßnahmen sind ein wichtiger möglicher Baustein. Neuere Übersichtsarbeiten beschreiben Chancen für angepasste Bewegung, Kräftigung und Entspannung, zugleich unterscheiden sich die Studien stark. Eine Netzwerk-Metaanalyse zeigte keinen sicher nachgewiesenen allgemeinen Vorteil aller Trainingsformen für die Kopfschmerzhäufigkeit. Es gibt daher kein universelles Übungsprogramm, das allen hilft. [10] [11]

  1. Verlauf beobachten: Notiere Kopfschmerztage, Begleitsymptome, Einschränkungen und Medikamenteneinnahme. Suche nach wiederkehrenden Zusammenhängen, ohne jedes einzelne Ereignis als Auslöser zu bewerten.
  2. Bewegung passend dosieren: Beginne mit gut verträglicher Alltagsbewegung, etwa kurzen Spaziergängen. Ein individuelles Kraft- oder Bewegungsprogramm lässt sich nach Untersuchung schrittweise aufbauen.
  3. Arbeit unterbrechen: Nutze kurze Unterbrechungen zum Aufstehen und Positionswechsel. Richte Bildschirm, Stuhl und Eingabegeräte so ein, dass du bequem arbeiten kannst.
  4. Erholung einplanen: Regelmäßige Schlafzeiten und erlernte Entspannungsverfahren können unterstützen. Bei deutlichen Schlafproblemen lohnt sich ärztliche Beratung.
  5. Kieferpressen wahrnehmen: Beobachte, ob du tagsüber unbewusst presst. Eine Schiene oder gezielte Kieferbehandlung setzt eine passende zahnärztliche Beurteilung voraus.

Übungen sollen zur Belastbarkeit passen. Vermeide gewaltsames Dehnen, Selbstmanipulationen und kräftigen Druck an der Halsvorderseite. Bei neuem Schwindel, Sehstörungen, Taubheit oder deutlicher Verschlechterung stoppe die Übung und lasse die Beschwerden abklären. Häufige Schmerzmitteleinnahme gehört ebenfalls ärztlich besprochen, weil sie Kopfschmerzen zusätzlich unterhalten kann. [2]

Wann ist ärztliche Abklärung erforderlich?

Sofort 112: ein innerhalb von Sekunden bis Minuten maximal starker, ungewohnter Kopfschmerz; neue Lähmung, Sprachstörung, Bewusstseinsstörung; oder Kopfschmerz mit Fieber, ausgeprägter Nackensteife und schwerem Krankheitsgefühl. Ein schmerzhaft rotes Auge mit Sehverlust ist ebenfalls ein akuter Notfall. Warte in solchen Situationen nicht auf einen Praxistermin. [12]

Zeitnah ärztlich prüfen lassen: erstmals auftretende oder deutlich veränderte Kopfschmerzen, zunehmende Häufigkeit, Beschwerden nach einer Verletzung sowie neue Kopfschmerzen in Schwangerschaft oder Wochenbett. Auch eine Krebserkrankung, Immunschwäche oder neu beginnende Beschwerden nach dem 50. Lebensjahr senken die Schwelle zur Abklärung. Die Dringlichkeit hängt von der Situation ab. Außerhalb regulärer Sprechzeiten hilft bei dringlichen, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden die 116117. [12]

Dein nächster Schritt in Braunschweig

Wenn die Kopfschmerzform geklärt ist und Nacken-, Schulter- oder Kieferbeschwerden mitbestehen, kann eine individuelle Untersuchung mögliche Ansatzpunkte aufzeigen. Begleitende Schulterschmerzen sollten dabei ebenso betrachtet werden wie Alltagsbelastung und Erholung.

R. Beyer Fachpraxis für Chiropraktik & Osteopathie
Roberto Beyer, Heilpraktiker
Nordstraße 13, 38106 Braunschweig
Telefon: 0531 288 959 22
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Häufige Fragen

Sind Spannungskopfschmerzen immer muskulär?

Nein. Empfindliche Muskeln können beteiligt sein; auch die Verarbeitung von Schmerzsignalen im Nervensystem spielt eine Rolle. Aus verspannten Schultern allein lässt sich die Kopfschmerzform nicht bestimmen.

Können Triggerpunkte im Nacken bis in die Stirn ausstrahlen?

Solche Ausstrahlungsmuster werden beschrieben. Sie unterscheiden sich jedoch individuell und überschneiden sich mit anderen Ursachen. Eine Grafik oder ein druckempfindlicher Punkt beweist deshalb keine muskuläre Ursache.

Woran erkenne ich den Unterschied zur Migräne?

Drückende, eher leichte bis mittlere Schmerzen ohne Übelkeit passen eher zum Spannungstyp. Stärkere, durch Bewegung verstärkte Schmerzen mit Übelkeit oder Licht- und Lärmempfindlichkeit sprechen eher für Migräne. Die ärztliche Einordnung bleibt entscheidend.

Kann Kieferpressen Kopfschmerzen verstärken?

Kieferpressen kann mit Beschwerden der Kaumuskulatur einhergehen. Zusammenhänge mit Kopfschmerzen sind beschrieben, aber nicht jeder Mensch mit Bruxismus entwickelt Schmerzen. Bei Kieferbeschwerden ist eine zahnärztliche Untersuchung sinnvoll.

Kann Chiropraktik bei Spannungskopfschmerzen helfen?

Je nach Befund können Mobilisation, manuelle Behandlung und aktive Übungen als ergänzende Maßnahmen geprüft werden. Die Ergebnisse zu manuellen Verfahren sind uneinheitlich. Eine schnelle Manipulation der Halswirbelsäule ist keine Voraussetzung; Nutzen, Risiken und Alternativen gehören vorher besprochen.

Welche Rolle spielt Osteopathie bei Spannungskopfschmerzen?

Osteopathische manuelle Ansätze können bei begleitenden Beschwerden des Bewegungsapparats individuell geprüft werden. Studien zeigen teilweise positive Ergebnisse, erlauben aber keine pauschale Zusage für Spannungskopfschmerzen. Ärztliche Diagnostik und ein aktives Eigenprogramm bleiben wichtige Bestandteile eines passenden Vorgehens.

Was kann ich bei Bildschirmarbeit verändern?

Wechsle regelmäßig die Position, unterbrich langes Sitzen und richte Bildschirm sowie Eingabegeräte bequem ein. Ziel ist ein alltagstauglicher Wechsel zwischen Belastung und Erholung, nicht das starre Einhalten einer vermeintlich perfekten Haltung.

Wann sollte ich mit Kopfschmerzen ärztliche Hilfe suchen?

Neue, zunehmende, häufige oder ungewöhnliche Kopfschmerzen sollten ärztlich eingeordnet werden. Bei plötzlich stärkstem Kopfschmerz, Lähmung, Sprachstörung oder Fieber mit ausgeprägter Nackensteife und schwerem Krankheitsgefühl sofort 112 wählen.

Informationsstand: 17. September 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche medizinische Untersuchung.

Quellen und weiterführende Fachinformationen

  1. Headache Classification Committee of the International Headache Society (2018). The International Classification of Headache Disorders, 3rd edition. Cephalalgia 38(1):1–211. DOI: 10.1177/0333102417738202.
  2. Neeb L et al., DGN/DMKG (2024). Diagnostik und Therapie des Kopfschmerzes vom Spannungstyp. S1-Leitlinie, AWMF-Registernummer 030-077. Leitlinie; kein Journalartikel.
  3. Pensri C, Liang Z, Treleaven J, Jull G, Thomas L (2025). Cervical musculoskeletal impairments in migraine and tension-type headache and relationship to pain related factors: An updated systematic review and meta-analysis. Musculoskeletal Science and Practice 76:103251. DOI: 10.1016/j.msksp.2024.103251; PMID: 39756244.
  4. Rathbone ATL, Grosman-Rimon L, Kumbhare DA (2017). Interrater Agreement of Manual Palpation for Identification of Myofascial Trigger Points: A Systematic Review and Meta-Analysis. Clinical Journal of Pain 33(8):715–729. DOI: 10.1097/AJP.0000000000000459; PMID: 28098584.
  5. Fernández-de-las-Peñas C, Alonso-Blanco C, Cuadrado ML, Pareja JA (2006). Myofascial trigger points in the suboccipital muscles in episodic tension-type headache. Manual Therapy 11(3):225–230. DOI: 10.1016/j.math.2006.07.003; PMID: 16863699.
  6. Fernández-de-las-Peñas C, Ge HY, Arendt-Nielsen L, Cuadrado ML, Pareja JA (2007). The local and referred pain from myofascial trigger points in the temporalis muscle […] (Titel gekürzt). Clinical Journal of Pain 23(9):786–792. DOI: 10.1097/AJP.0b013e318153496a; PMID: 18075406.
  7. Fernández-de-las-Peñas C et al. (2007). Myofascial trigger points and sensitization: an updated pain model for tension-type headache. Cephalalgia 27(5):383–393. DOI: 10.1111/j.1468-2982.2007.01295.x; PMID: 17359516.
  8. Voß LC, Basedau H, Svensson P, May A (2024). Bruxism, temporomandibular disorders, and headache: a narrative review of correlations and causalities. Pain 165(11):2409–2418. DOI: 10.1097/j.pain.0000000000003277; PMID: 38888745.
  9. Kamonseki DH, Lopes EP, van der Meer HA, Calixtre LB (2022; online 2020). Effectiveness of manual therapy in patients with tension-type headache. A systematic review and meta-analysis. Disability and Rehabilitation. DOI: 10.1080/09638288.2020.1813817; PMID: 32924640.
  10. Onan D, Arıkan H, Ekizoğlu E, Taşdelen B, Özge A, Martelletti P (2025). The efficacy of physiotherapy approaches in chronic tension-type headache: a systematic review and meta-analysis. Journal of Oral & Facial Pain and Headache 39(1):34–48. DOI: 10.22514/jofph.2025.003; PMID: 40129422.
  11. Tao Q et al. (2025). Disentangling preventive effects of differential exercise types on tension-type headache: a component network meta-analysis of randomized controlled trials. Postgraduate Medical Journal 101(1201):1147–1155. DOI: 10.1093/postmj/qgaf055; PMID: 40257956.
  12. Do TP et al. (2019). Red and orange flags for secondary headaches in clinical practice: SNNOOP10 list. Neurology 92(3):134–144. DOI: 10.1212/WNL.0000000000006697; PMID: 30587518.
  13. Pankrath N, Nilsson S, Ballenberger N (2024). Adverse Events After Cervical Spinal Manipulation – A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Clinical Trials. Pain Physician 27(4):185–201. PMID: 38805524.
  14. Rehman Y et al. (2026; online 2025). Osteopathic manipulative treatment in the management of headaches associated with musculoskeletal dysfunction: systematic review and meta-analysis. Journal of Osteopathic Medicine 126(5):233–243. DOI: 10.1515/jom-2025-0075; PMID: 41196934.

Ergänzend: ICHD-3: häufiger episodischer Spannungskopfschmerz und ICHD-3: Migräne ohne Aura. Die Fachquellen beschreiben Gruppenbefunde; sie sagen den Behandlungserfolg im Einzelfall nicht voraus.


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